Petition des bdvb: Pflichtschulfach Wirtschaft in allen Bundesländern

Der Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte (bdvb) benötigt Ihre Unterstützung für die Einführung eines Pflichtschulfachs „Wirtschaft“ in der Sekundarstufe

Die Petition „Schulfach Wirtschaft in allen Bundesländern“ richtet sich an alle in Fraktionsstärke in den Landtagen vertretenen Parteien und wird diesen nach Ablauf der Zeichnungsfrist überreicht, sofern im be-treffenden Bundesland mehr als 1.000 gültige Unterschriften erzielt werden. Sie kann bis 15.09.2017 online oder handschriftlich unterzeichnet werden. Unabhängig vom gewählten Medium ist die Unterschrift auf Wunsch anonym möglich.

Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte
Der bdvb ist unparteiisch, aber nicht unpolitisch. Als unabhängiger und größter Verband der Wirtschaftsakademiker Deutschlands bekennt sich der Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte zu seiner Verantwortung, die gesellschaftliche Entwicklung in unserem Land aktiv und positiv mitzugestalten. Bürger und Verbände sind aufgefordert, sich in den politischen Diskurs einzubringen und für das Gemeinwohl zu engagieren.

Anlässlich der Landtagswahl 2017 im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen und angesichts der soeben erfolgten Einführung des Schulfachs „Wirtschaft und Berufsorientierung“ in Baden-Württemberg bekräftigt der bdvb die Forderung: Das Schulfach Wirtschaft muss in allen Bundesländern in allen Schulformen der Sekundarstufe I und II Pflichtfach werden. Schüler und Schülerinnen haben ein Recht darauf, dass ökonomische Aspekte des Alltags ebenso wie zentrale Zusammenhänge der Wirtschaftspolitik in der Schule behandelt werden. Die Einführung eines eigenständigen, von ausgebildeten Lehrern unterrichteten, an didaktischen Krite-rien und am Ziel des mündigen Bürgers ausgerichteten Pflichtschulfachs ist hierfür unerlässlich.

 

RESOLUTION DES DVDB - DÜSSELDORF, DEN 9. NOVEMBER 2012

Pflichtschulfach Wirtschaft in allen Bundesländern

1. ÖKONOMISCHE ALLGEMEINBILDUNG
Der Mangel an ökonomischer Allgemeinbildung in der deutschen Bevölkerung ist alarmierend. Nahezu ein-mütig kommen Umfragen und Untersuchungen zum Ergebnis, dass es um die ökonomische Allgemeinbil-dung in der deutschen Bevölkerung schlecht bestellt ist. Indes erscheint gerade heute – angesichts von im-mer weiter ausgreifenden Wirtschaftskrisen, immer komplexeren Entscheidungen der Finanz-, Geld- und Wirtschaftspolitik sowie angesichts wachsender Selbstverantwortung des Einzelnen, z.B. im Bereich der Al-tersvorsorge – ein hohes Maß an ökonomischer Allgemeinbildung wichtiger denn je. Ökonomische Bildung muss daher integraler Bestandteil der Allgemeinbildung sein.

2. STAATLICHER BILDUNGSAUFTRAG
In Ermangelung eines Pflichtschulfachs Wirtschaft verfehlen die Schulsysteme vieler Bundesländer syste-matisch ihren Bildungsauftrag. Die Ziele des staatlichen und privaten Bildungs- und Erziehungswesens sind in den Verfassungen der Bundesländer verbindlich festgeschrieben. Schüler und Schülerinnen sind demnach auf ihre persönliche berufliche Laufbahn vorzubereiten, zugleich aber auch zur Wahrnehmung ihrer politi-schen Verantwortung zu befähigen. Beides setzt Kenntnisse über ökonomische Zusammenhänge voraus, die nur durch ein eigenständiges, verpflichtend und durchgehend zu belegendes Schulfach Wirtschaft aus-reichend vermittelt werden können. Dessen Einführung lässt jedoch vielerorts auf sich warten.

3. „WIRTSCHAFT“ FÜR ALLE!
Gefordert wird die schnellstmögliche verbindliche Einführung eines Pflichtschulfachs Wirtschaft in allen
Schulformen der Sekundarstufe I und II in allen Bundesländern. Wir begrüßen und anerkennen das Engagement
einzelner Schulen und außerschulischer Organisationen, den dringend benötigten Wirtschaftsunterricht
in Eigeninitiative zu ermöglichen und fehlende Ressourcen durch eigene Mittel zu ersetzen. Diese Initiativen,
die in vielen Fällen Vorbildcharakter haben, können den gesetzlich geregelten Wirtschaftsunterricht
gleichwohl nicht ersetzen. Die Länder der Bundesrepublik Deutschland sind in der Verantwortung baldmöglichst
die flächendeckende Einführung, hohe Qualität und inhaltliche Unabhängigkeit des Wirtschaftsunterrichts
zu gewährleisten.

4. INHALT UND METHODIK DES WIRTSCHAFTSUNTERRICHTS
Ziel des obligatorischen schulischen Wirtschaftsunterrichts muss sein, dass grundlegende wirtschaftliche
Zusammenhänge und ökonomische Denkweisen allgemein bekannt sind. Ob in der Rolle des Konsumenten,
des Bürgers in seiner zusätzlichen Sicherungsvorsorge, des Arbeitnehmers, des Wählers oder in darüber
hinausgehenden Führungstätigkeiten: Zum verantwortungsvollen Handeln im Alltag, wie auch zur demokratischen
Teilhabe an der Gesellschaft, sind grundlegende Kenntnisse sowohl im Bereich der Betriebswirtschaft
als auch im Bereich der Volkswirtschaft unerlässlich. Bildungsziele und Inhalte des Wirtschaftsunterrichts
sind nach didaktischen Kategorien auszuwählen und zu begründen. Sie umfassen auch die Berufsorientierung
und eine didaktisch geleitete Einführung in die Arbeits- und Berufswelt durch Betriebserkundungen
und Praktika.

5. LEBENSINHALT UND LEBENSUNTERHALT
Im Interesse aller Schülerinnen und Schüler und im Interesse Deutschlands als Bildungs- und Wirtschaftsstandort
appellieren wir an alle Akteure der Bildungspolitik, gemeinsam auf die flächendeckende Einführung
des Pflichtfachs Wirtschaft hinzuwirken. Bildung ist nach unserem Kulturverständnis ein Selbstzweck, dient
aber zugleich auch dem Erwerb und der Erhaltung von Fähigkeiten, die zum Wohlstand und zum Fortschritt
des einzelnen Menschen und der Gesellschaft insgesamt beitragen. Im Hinblick auf das verantwortungsvolle,
selbstbestimmte Leben jedes Einzelnen, ebenso zur Sicherung und Weiterentwicklung Deutschlands als
Bildungs- und Wirtschaftsstandort im globalen Wettbewerb gilt: Die ökonomische Allgemeinbildung der Bevölkerung
muss ein vorrangiges Ziel der Politik sein. Für die Umsetzung müssen ausgebildete Wirtschaftslehrer
in der Schule zum Einsatz kommen.

 

Zur Petition:

Die Unterzeichnung der Online-Petition ist bis zum 15.09.2017 möglich. Weitere Informationen und die Abgabe Ihrer Unterschrift finden Sie unter www.bdvb.de/pflichtschulfach-wirtschaft

Zur Unterstützung stehen folgende Unterlagen zur Verfügung:

Papier-Unterschriftenbogen zum Ausdrucken 
Abreißzettel zum Aushängen an Schulen und anderen öffentlichen Orten

 

Pressemitteilungen des bdvb

Pressemitteilung 16.06.2017
Pressemitteilung 10.01.2017
Pressemitteilung 16.09.2016

 

Quellennachweis Text und Bild: Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte e.V. (bdvb)  www.bdvb.de